Rom – Tag 2

Das Frühstück auf der eingepackten Dachterrasse war mein Start in den Tag, zwei Tassen feinen italienischen Kaffee brachten mich geistlich auf hundert Prozent. Es ist Sonntag morgen. Und was macht man am Sonntag morgen? Na klar, man geht in die Kirche. Diese stehen in Rom ja an jeder Ecke. Ich suche mir jedoch die grösste Kirche der Welt aus; den Petersdom im Vatikan. Na ok, ich gebe es zu, das mit Sonntag ist reiner Zufall, aber egal.

Mit der Metro gelange ich in die Nähe vom kleinsten Staat der Welt, dem Vatikan. Dort angekommen sehe ich eine viele hundert Meter lange Menschenschlange. Oje, wie lange muss ich denn anstehen?! Ein nettes Pärchen inmitten der Schlange erklärte mir, dass sie für die Sixtinische Kapelle anstehen. schon eine Stunde lang! Und sie sind von meiner Sicht aus eher am Ende der Schlange und noch lange nicht am Ziel. Mir war es gerade egal, ob Michelangelo hier vier Jahre lang auf dem Rücken gelegen hat um die Decke der Kapelle zu bemalen, ich stehe hier sicher keine drei Stunden an!

Beim Petersplatz hatte ich mehr Glück, hier war die Schlange nicht so lang. Via Security-Check wie beim Flughafen gelang ich durch eine riesige Säulenwand auf den grossen Petersplatz, auf dem 400’000 Menschen platz finden.

Am Ende des Platzes stand der Petersdom. von Aussen schon mächtig, von Innen jedoch unbeschreiblich! 120 Jahre lang betrug die Bauzeit des 132.5 Meter hohen Gebäudes. Hier drin hätte sogar die Freiheitsstatue platz, sagte mir der Audioguide via Kopfhöhrer ins Ohr. Nicht nur die Raumhöhe ist unwerfend, auch die Innenfläche selbst ist gross und bietet rund 20’000 Menschen platz. Die überproportionierte Gestaltung der Statuen, Säulen, Bilder und Altäre lassen mich klein wirken und versetzten mich in ein staunendes Kind.

Wieder draussen, sehe ich, dass ich nicht der einzige Schweizer hier bin 🙂

Ich verlasse Vatikanstadt und steuere die Engelsburg ganz in der Nähe an, deren Grundmauern auch schon fast 2000 Jahre alt sind. Zuerst als Mausoleum gedacht, später war es die Festung verschiedener Päpste. Von ganz Oben hatte ich wunderschöne Aussicht auf Rom und Vatikanstadt.

Ich laufe dem Fluss entlang und überquere ihn bei der dritten Brücke und komme so zum Piazza del Popolo. Der Platz empfing schon in der Antike die Besucher Roms, die von Norden her in die Stadt reisten. In der Mitte des Platzes steht ein ägyptischer Obelisk, wovon ich übrigens schon erstaunlich vielen hier in Rom begegneten. Dieser ist von Ramses II und wurde vor 3200 Jahren gebaut. Im Jahre 10 v. Chr. wurde er nach Rom gebracht.

Ich steige die Treppen hoch Richtung Villa Borghese, um einen schönen Ausblick auf den Platz und halb Rom zu geniessen.

Mein nächstes Ziel war die Spanische Treppe. Dies wird leider renoviert und ist nur beschränkt ersichtlich. Ich laufe sie hinunter und komme an den spanischen Platz, wo ein schöner Schiffsbrunnen zu einer Pause einlud.

Wenige hundert Meter weiter komme ich an den grössten Brunnen Roms, den Trevibrunnen. Dieser muss bei Nacht noch schöner sein, als bei Tag, also komme ich später nochmals hierher zurück.

Ich laufe Richtung Westen und möchte das Phantheon nochmals sehen, diesmal bei Tag. Auf dem Weg komme ich noch zufällig an einer grossen Kirche, der St. Joachim, vorbei. Jetzt komme ich doch noch in de Genuss einer schönen Deckenmalerei.

In der Nähe treffe ich noch auf die antike Stätte von Argentina.

Ich gehe weiter und hoffe, dass der Palazzo Venezia noch geöffnet hat. gestern konnste ich ihn ja nur noch von Aussen bestaunen. Ich habe glück und das Tor ist noch offen. Ich steige die Treppen hoch und geniesse die Sicht auf den Piazza Venezia.

Der Transitweg durch das Innere führt mich auf die Rückseite des Gebäudes, wo ein Lift die zahlenden Besucher auf das Dach bringt. Von Oben hat man wunderschöne Aussicht auf das über Rom und das grosse Gelände des Antiken Forum Romanum.

Da der Akku meines Smarphones, und auch die meiner Beine, fast leer ist, kehrte ich langsam ins Hotel zurück. Die Sonne geht sowiso bald unter. Und auch das Wetter änderte sich, es regnete leicht. Ich geniesse nochmals kurz die antike Umgebung.

Ein kleines Siesta später hat mein handgrosser Begleiter und ich wieder power. Da es nun dunkel war, marschierten wir kurz zum Trevibrunnen.

Der Magen meldet sich, eine feine Pizza und natürlich Rotwein lassen ihn wider beruhigen. Während ich auf das Essen warte, lasse ich den eindrucksvollen Tag nochmals in Gedanken geschehen.

Morgen muss ich früh aufstehen, ich möchte noch unbedingt das Innere des Colosseums besichtigen, bevor es gegen Mittag langsam zurück zum Flughafen geht.

Beitrag mit Bilder: http://philentina.blogspot.ch/2016/01/rom-tag-2.html