13’000 Kilometer in 19 Stunden

Der erste Flug von Stuttgart nach Amsterdam ging sehr schnell vorüber. Ich erschrak, als der Flieger auf dem Boden aufsetzte, denn ich war so in mein Buch vertieft, dass ich es nicht mal merkte, dass wir schon landen. Im Amsterdam erkundigte ich mich gleich an einem Infopoint, wo unser nächster Flieger steht. „Oh my god! You must go fast! I tell de crow you are on the way“, sagte die Auskunftsperson. Während das Boarding bereits lief, mussten wir nun mit schnellen Schritten vom Ende des Gates B zum Ende des Gates E marschieren. Ich rechnete eigentlich jeden Moment damit, dass mein billiger Handgepäckkoffer, dass ich in Dresden vor ein paar Tagen für 16 Euro im KIK gekauft habe, ein Rad verliert. Aber er ist bis jetzt noch ganz! Wir mussten nochmals durch die Passkontrolle und vor dem Boarding auch nochmals das Handgepäck kontrollieren lassen, dennoch haben die 55 Minuten gereicht, und das Flugzeug konnte pünktlich starten.

Wir hatten einen sehr guten Platz erwischt. Die vorderste Reihe in der mittleren Sitzreihe. Vor uns war eine Kabine der Crow, und dadurch hatten wir sehr viel Beinfreiheit und konnten sogar als Abwechslung unsere Beine an der Wand abstemmen. Das Nachtessen um Mitternacht war unerwartet sehr genussvoll. Allgemein muss ich sagen, dass wir von der KLM in Sachen Essen sehr verwöhnt werden. Alles schmeckte hervorragend und war eher zu viel als zu wenig!

Langweilig wurde es uns auch nicht. Jeder Platz hatte seinen eigenen Bildschirm und eine Fernbedienung. Wir konnten aus vielen verschiedenen Filmen und Serien unsere Flugzeit individuell gestalten. Sogar Spiele wie Tetris oder Poker konnte man spielen. Die Zeit verging erstaunlich schnell, obwohl das Schlafen im Sitzen schlimmer war, als zuvor angenommen.

Wir flogen mit diesem Flieger nicht direkt nach Bali; in Singapur war nach 13 Stunden eine Zwischenlandung und wir konnten uns eine Dreiviertelstunde lang die Beine vertreten und uns frisch machen, während der Flieger getankt und gesäubert wurde.

Der Flug von Singapur nach Bali ging nochmals  über 2 ½ Stunden. Doch endlich waren wir angekommen. Temperatur um 20:15 Uhr: 29°C und gefühlte 99% Luftfeuchtigkeit…

Das Visum hatten wir schnell, auch die Passkontrolle war kein grosser Zeitfresser. Als wir den Flughafen verliessen, warteten schon viele Reiseveranstalter mit ihren Namensschildern auf die frischen Feriengäste. Lange suchten wir nach unserem Schild, jedoch vergebens… Da hat wohl was nicht geklappt. Uns wurde jedoch schnell geholfen und ein Taxifahrer brachte uns ins Hotel. Den Betrag werden wir morgen durch unseren Reiseveranstalter zurückerstattet bekommen, hiess es.

Die Taxifahrt war wie ein Rally-Rennen! Das ist ja der Wahnsinn hier! In Koh Samui war es ja schon schlimm, aber das hier übertrifft alles. Zweispurige Strassen werden als Dreispurige benutzt, sehr nahes Auffahren gehört genau so dazu wie das Überholen auf der falschen Seite und das ständige Hupen. Auch hier hat es wieder Leute auf den Ladeflächen der Pickups und zu dritt und ohne Helm auf dem Roller.

Da wir ja schon Nacht haben und es dunkel ist, konnten wir noch keinen richtigen ersten Eindruck von Bali und dem Hotel machen. Doch im Bezug des Zimmers bin ich jetzt schon positiv überrascht. Es ist in einem zweistöckigen Bungalow mit insgesamt vier Zimmern. Unser Zimmer ist wie gewünscht im ersten Stock.

Den „Welcome-Drink“ an der Bar nehmen wir morgen zu uns, auch auspacken werden wir erst bei Tageslicht. Wichtig war natürlich als allererstes eine erfrischende Dusche mit anschliessender horizontaler Position auf dem Bett. Ach tut das gut, endlich wieder richtig liegen!