Tagestour durch Bali

Nach dem Frühstück wurden wir von unserem Reiseführer abgeholt zu einer privaten Tagestour in die Mitte von Bali. Erste Etappe war der hinduistische Tempel Pura Luhur Batukau am Fusse des 2278 Meter hohen Vulkans Gnung Batuka. Er ist einer der neun heiligen Tempel der Insel und vom Regenwald umgeben.

Weiter ging es durch verschiedene Dörfer in die Reisterrassen. Wir machten Halt im Gewürzgarten. Hier wächst Gewürze wie  Pfeffer, Vanille, Ingwer, Zimt, Kakao und vieles mehr. Auch Früchte wie Annanas oder Bananen oder Andere, deren Namen wir noch nicht gehört haben. Das besondere hier waren die Fleckenmusang-Katzen; Ihnen werden Kaffeebohnen verfuttert, die sie aber nicht verdauen können und so unversehrt wieder ausscheiden. Aus diesen Bohnen wird dann spezieller Kaffee gemacht. Am Schluss der Führung durften wir verschiedene Getränke degustieren. Der Ingwer-Tee war scharf, der Zitronengrass-Tee sehr genüsslich und auch dieser „Katzenkaffee“ schmeckte mir nicht schlecht.

Wir fuhren weiter vorbei an hunderten wunderschönen Reisterassen und machten halt in einem Restaurant mit sehr schöner Aussicht auf diese malerische Landschaft. Valentina: Malerisch?! Man brauchst nur grün und einen Pinsel…Die Reisterassen werden von einem BMW bewirtschaftet; Bauer mit Wasserbüffel.

Am Nachmittag waren wir am Bratan-See. Er bildete sich in einem erloschenen Vulkankrater und wird umrahmt von einer grandiosen Landschaft. Am Westufer besuchten wir den Tempel Pura Ulun Danu Bratan. Hierher bringen Reisbauern der Göttin der Seen und Flüsse, Opfer dar und bitten sie, ihre Felder weiterhin mit dem lebenspendenden Nass zu versorgen.

Auf dem Rückweg konnte ich unseren Tourguide noch dazu überreden, am Affenwald halt zu machen, um unserer Reise noch einen schönen Abschluss zu geben. Der Affenwald ist ein kleiner Dschungel umringt von Reis- und Gemüsefelder. Die Affen leben hier in freier Natur, sind aber dank der Fütterung durch die Menschen sehr zutraulich. Sobald man Futter in der Hand hat, geht es nicht lange, und man wird von den Affen umzingelt, die einem Sogar auf den Kopf klettern.

In diesem „Zoo“ hatte es auch Flughunde und als Besucherattraktion eine Riesenschlange. Während ich mich mit den Flughunden und der Schlange fotografieren liesse, stand Valentina in sicherer Entfernung. Ihre Schlangenangst ist leider immer noch sehr ausgeprägt.

Während der gesamten Reise konnten wir aus unserem Minivan aus sehr gute Einblicke in den Alltag der Balineser werfen. Diese Inselbewohner arbeiten hauptsächlich im Freien unter einem Dach. Sie haben auch keine Tische und sitzen zum Schnitzen, Schweissen, Roller reparieren oder sonstige tägliche Arbeiten immer am Boden. Für das Duschen und Wäsche waschen benutzen sie Flüsse. „Hier ist es ja wie im Mittelater“, gab Valentina mehrmals als Kommentar ab.

Zwischendurch hielten wir an, da wir einer Zeremonie begegneten. Zeremonien sind tägliche Rituale der Balineser. Die ganze Dorfgemeinschaft versammelt sich, um die Götter zu verehren, Hochzeiten oder Geburte zu feiern oder von einem geliebten Menschen abschied zu nehmen. Die Balineser geben auch immer am Morgen, Mittag und am Abend kleine Opferschalen auf den Bürgersteig oder Skulpturen, um sich beispielsweise Fruchtbarkeit zu wünschen. Auf diese Oferschalen, gefüllt mit verschiedenen Gewürzen oder Esswaren und einem brennendem Räucherstäbchen, begegnen wir immer wieder. Wenn wir am Abend an den Einkaufsläden vorbeibummeln, müssen wir ständig acht geben, nicht auf diese Schalen zu treten.

Die meisten Balineser sind Hindus. es gibt aber auch Moslems, Christen oder Buddhisten. Sie leben ohne Probleme untereinander und respektieren sich gegenseitig.