Vom Pech verfolgt… Mountainbiken Monte Baldo

Früh am Morgen verabschiedete ich mich und machte mich mit meinem Bus wieder auf die Rückreise. Zwischenstation war natürlich wieder der Gardasee, diesmal auf der anderen, westlichen Seite. Auch hier habe ich mir eine wunderschöne Mountainbikeroute ausgesucht:

Heute war ich jedoch vom Pech verfolgt. Angefangen hatte es schon am frühen Morgen, als ich meine Velohose nicht mehr fand. Bis zum Zielort Malcesine kam ich zum Glück ohne Probleme.

Meine Route begann mit der beeindruckenden Auffahrt mit der Seilbahn. Zwischenduch sind immer wieder einzelne Gondeln reserviert nur für die Mountainbiker und Downhiller mit ihren Bikes. Jedoch war die Schlange vor dem Ticketschalter so lange, dass ich diese Gondel knapp verpasste und zwei Stunden auf die nächste Biker-Gondel warten musste.

Die Auffahrt mit der Seilbahn war was wunderschönes. Die Aussicht auf den schönen See und dessen Umgebung war fantastisch. Oben auf 1760müM angekommen genoss ich noch die schöne Aussicht auf alle Seiten bevor ich dann entlich auf das Bike steigen konnte.

Weit kam ich auf dem Bike jedoch nicht. Schon nach wenigen Minuten gab es einen Knall. Mit dem Vorderrad traf ich auf einen grösseren Stein und fing mir so einen Platten ein. „Kein Problem“, dachte ich, ich hab ja einen Ersatzschlauch und Luftpatronen dabei. Doch als auch die zweite und letzte Parone meinen Schlauch nicht füllen konnte, war ich etwas verzweifelt. Wandern war nun angesagt. Mit angehobenem Vorderrad stosste ich mein bike die vier Kilometer den Schotterweg wieder nach oben zur Seilbahnstation. Die dort ansässige Wirtschaft lieh mir eine Handpumpe. Doch auch diese konnte meinen Schlauch nicht füllen. mein Ersatzschlauch war defekt! „Was mach ich nun?“, fragte ich mich selbst. Flickzeug hatte ich vor zwei Tagen auf dem Camingplatz ausgeliehen und nicht wiederbekommen. Mit dem Bike mit der Gondel zurück konnte ich nicht. Erst um 20 Uhr ist die einzige Rückfahrt für Mountainbikes. Ich sah nun nur eine Lösung: Mit dem Vorderrad in der Hand kaufte ich mit eine Hoch- und Runterfahrt für die teure Gondel. Doch das Pech ging weiter. Ich bekam die falsche Karte und konnte nach dem Umsteigen in der Zwischenstation nicht weiter. Das Ticket war nur bis zur Zwischenstation und zurück gültig. Mit etwa jammern und traurig schauen durfte ich Gratis nach unten fahren. In Malcesine konnte ich erfolgreich einen neuen Schlauch kaufen. Natürich ging ich nun auf sicher und kaufte zusätzlich drei weitere Ersatzschläuche, zwei Patronen, Flickzeug und sogar eine kleine Handpumpe. Doch bevor es wieder hoch ging, musste ich noch zum Bus zurück wandern. Das Parkticket musste noch verlängert werden. Auch ein Ticket bis zur Zwischenstation musste ich noch kaufen. Es war nun bereits  knapp 18 Uhr, als ich entlich wieder oben war und mit meinem Bike auf die Tagestour starten konnte.

Der erste Abschnitt war sehr abwechslungsreich. Teerstrassen, Radweg, aber auch Feld- und Schotterwege führten mich hoch und runter einer teils atemberaubenden Aus- und Weitsicht vorbei.

Auch wenn ich zuvor mit der Seilbahn einige Höhenmeter zulegte, machte ich mit dem Bike trotzdem noch 850 Höhenmeter. Leider brach schon früh auf meiner Tour die Dämmerung ein, so dass ich die einsamen Trails den Berg hinunter weglassen musste. Vor allem wenn die Batterie der Velolampe keine Energie mehr lieferte! Im Halbdunkeln durchs Gelände fahren war mir dann doch zu gefährlich. Hinab zum Gardasee ging es dann auf geterten Strassen zur Ortschaft Magugnano.

Punkt 21 Uhr konnte ich in einem Laden noch (überteuerte) Batterien für das vordere Licht kaufen, bevor der Ladenbesitzer hinter mir die Ladentüre abschloss und seinen Feierabend startete. Da sich der Magen meldete, machte ich hier gleich noch einen Rast um ein letztes mal einen „Salate Mista“ zu essen. Als ich in einer Pizzeria platz nahm und die feinen Gerüche in meine Nase kam, konnte ich nicht widerstehen. Statt einen gemischten Salat gab es eine Pizza mit Peperoni und Schinken. Mit vollem Magen hatte ich es dann wohl etwas mit dem Biken übertrieben. Nach dem ich den „Seitenstecher“ ignorierte und mit voller Power weiterradelte, war es mir auf einmal sehr übel. Der ganze Magen drehte sich. Zum Glück beruhigte er sich nach etwas Ruhe und Wasser wieder. Den Rest des Weges führ ich dann gemütlich nach Malcesine zurück, jedoch nicht aud der Strasse, sondern direkt auf dem Kiesstrandes des schönen Gardasees.

Bei meinem Bus angekommen lag ich meine Bikekleider ab und wechselte zur Badehose. Die Erfrischung im Gardasee kam zur rechten Zeit.