Zusammenfassung Bali

„Zurück ins Mittelalter“ würde der Titel der Zusammenfassung lauten, wenn sie Valentina schreiben würde. Aber sie hat nicht mal so unrecht. Zwar hat das Land und das Volk hat auf den ersten Blick kaum Unterschiede mit Koh Samui (Thailand) gehabt, doch bei näheren Beobachtungen sind doch erhebliche Unterschiede vorhanden. Was mir vor allem aufgefallen ist, dass hier hauptsächlich am Boden sitzend gearbeitet wird. Egal ob sie am Schweissen, Schnitzen, Steinhauen oder Roller reparieren waren, es spielte sich alles am Boden ab. Stühle haben sie nur, um darauf den Fernseher zu stellen, damit dieser in der richtigen Höhe ist. Da in Bali di Arbeitsplätze nicht wie bei uns in Gebäuden sind, sondern am Strassenrand unter einem Dach, konnte man dies alles problemlos beobachten.

Allgemein muss man sagen, dass die Balineser sehr faule Leute sind. Für Arbeiten, wo bei uns zwei Arbeiter völlig ausreichen, sind dort mindestens vier beschäftigt. Und da sie lieber Pausen machen als zu arbeiten, geht der Arbeitsfortschritt nicht mal halb so schnell voran wie bei uns in der Schweiz. In einem Restaurant zum Beispiel, das nur etwas grösser war als die yellow CaféBAR mit Terrasse, waren fünf Serviceangestellte, ein Barkeeper und sieben oder acht Köche und Küchenhilfe am Herumstehen, während zwei oder drei Tische belegt waren.

Unser Tauchguide erzählte von einem Kollegen, den er gerne anstellen wollte. Aber die Arbeitszeit von 8 Uhr morgens bis 19 Uhr abends schreckten ihn ab. Anstatt umgerechnet 600 Franken Monatslohn blieb er bei seinem Job, bei dem er nur 200 Franken verdiente. Er war mit seinem Leben vollkommen zufrieden, obwohl er in einer Hütte lebt, in dem der Boden aus Erde besteht. Genau diese Einstellung haben Balineser. Kapitalismus kennen sie nicht, wofür ich sie schon fast beneide.

Was ich von Bali noch als positive Erinnerung mit nehme, ist das feine Essen. Ich selbst habe eigentlich immer ein Indonesisches Gericht bestellt, so lange es ohne Fisch und Meeresfrüchte war. Und jedes Mal war es ein perfekter Genuss. Wieso schmeckt bei uns der Reis und die Nudeln nicht so gut? Wahrscheinlich liegt es am etwas pikanterem Gewürz. Was ich als liebstes zu mir nahm waren diese Fleischspiesse „Satay“ mit der fabelhaften Erdnusssauce. Das werde ich noch lange vermissen! Für Valentina hatte es gute Alternativen ohne Reis, denn durch die Touristen wurde die Menukarte mit westlichen Produkten ergänzt.

Die Balineser essen drei Mal im Tag Reis. Mit Gemüse als Beilage. Gekocht wird am Morgen und das reicht dann für den ganzen Tag. Sie sind sich gewöhnt, den Reis oder die Nudeln kalt zu essen. Daher war manchmal auch unsere Beilage eher kalt als heiss.

Das Klima hier ist das ganze Jahr etwa gleich. Am Meer so um die 35°C, in den Bergen natürlich etwas angenehmer. Regenzeit ist von November bis Februar, wobei es selten den ganzen Tag regnet. Der Regen wird benötigt, um die Seen wieder aufzufüllen, die das ganze Jahr die Reisfelder mit Wasser versorgen.

Was mich an Bali störte, war der Abfall. Neben der Strasse liegt überall Plastik. Früher, das heisst noch bis vor 15 bis 20 Jahren, waren alle Verpackungen noch aus organischen Materialien. Das Meiste wurde mit Bananenblätter umwickelt und so verkauft. Diese konnte man ohne Probleme einfach wegschmeissen. Doch durch die Globalisierung kam auch der Plastik, während die Wegwerf-Einstellung beleibte. Schade! Wenigstens stinke dieser Abfall nicht.

Während die Balineser sagen, es hat hier viele streunende Hunde, bekamen wir wenige zu Gesicht. In Italien ist diese Situation einiges schlimmer. Uns fielen aber die vielen frei herumlaufenden Hühner auf. Nicht selten sahen wir eine ganze Geflügelfamilie mit jungen Bibelis am Strassenrand.

Am Anfang unserer Reise waren wir noch sehr besorgt um unser Hab und Gut und liessen am Strand unsere Tasche nie aus den Augen. Wir merkten aber schnell, dass es hier gar nichts geklaut wurde. Man kann zum Beispiel eine teure Unterwasserkameras auf dem Tisch liegenlassen, während man am Tauchen ist. Dies hat uns mein Tauchguide vorgemacht. Für ihn war das was ganz normales.

Bali ist der ideale Ort um Strandferien mit Abenteuer zu verknüpfen. Obwohl die Insel nicht mal so gross ist wie der Kanton Graubünden, ist die Abwechslung riesig: Touristengebiet im Süden, Natur und Wildnis im Norden. Egal ob Sandstrand zum Relaxen oder Steinstrand zum Tauchen, Regenwald- oder  Vulkanlandschaften zum Wandern oder Reisfelder zu bestaunen, Bali kann fast jede Ferienwünsche erfüllen. Und vor allem ist es sehr Preiswert. Schade ist es so weit weg, sonst würde es uns öfters dorthin ziehen.